14. Mai Todestag Fanny Hensel

Am 14. Mai 1847 starb Fanny Hensel geb. Mendelssohn an den Folgen eines Schlaganfalls

Der Kasseler Furore Verlag erinnert an die große Komponistin, deren umfangreiches Werk viel zu lange unveröffentlicht blieb – ein Schicksal, das Fanny Hensel bis heute mit vielen Komponistinnen teilt

„Da hilft nur: aufführen, drucken, spielen!“

(Kassel, Furore Verlag) „Ach, wer hier leben könnte und dürfte!“ Mit diesem Satz während ihres Rom-Aufenthaltes (1839/40) umspannt Fanny Hensel gefühlsmäßig und gedanklich weit mehr als die weitverbreitete Italiensehnsucht, die sie mit Künstlern ihrer Zeit teilt. Für die musikalisch hochbegabte Schwester von Felix Mendelssohn-Bartholdy bedeutet Italien nicht nur Bildungsreise und künstlerische Inspiration, sondern es ist eine wahre „Emanzipationsreise“, wie die Musikwissenschaftlerin Susanne Wasnitzka in einem großartigen Filmporträt betont, das jetzt kostenfrei im Internet zur Verfügung steht.

Nur sieben Jahre später ist Fanny Hensel tot. Mit 42 Jahren verstarb sie am 14. Mai 1847 überraschend an den Folgen eines Schlaganfalls. Sie leitete gerade die Probe zu einer ihrer Sonntagsmusiken. Eigentlich bedarf es nicht eines Todestages, um sich mit dem umfangreichen Werk Fanny Hensels näher zu beschäftigen. Konnte sie sich als Frau, wie so viele, doch schon zeitlebens nicht in dem Maße ihrer musikalischen Laufbahn widmen und als Komponistin Anerkennung finden, wie es ihrer Begabung angemessen gewesen wäre.

 Der Furore Verlag widmete sich seit 1986 als erster Verlag dem umfangreichen Werk von Fanny Hensel, darunter die Edition des großen und vielfach rezipierten Klavierzyklus „Das Jahr”. Neben einer 1989 erstmals erschienenen Spielpartitur und einer CD bereichert das wertvolle Faksimile dieses Werkes, das erst 1997 (!) in die Öffentlichkeit gelangte, das Verlagsprogramm. Bislang sind mehr als 200 Werke von Fanny Hensel größtenteils als Erstveröffentlichungen bei Furore publiziert: Klavier- und Kammermusik, Vokalmusik und große Chor- und Orchesterwerke.

 

Florentine Mulsant erhielt den großen Preis der SACEM für zeitgenössische Musik

Die Sacem, die französische GEMA, übergab Anfang Dezember den Grand Prix (Grand Prix de la musique classique contemporaine) den Gewinner*innen im Salle Pleyel in Paris. Erstmalig bekam eine Komponistin den großen Preis für klassische zeitgenössische Musik für ihr Lebenswerk: Florentine Mulsant.

Die Jury sagte über Florentine Mulsant: „Komplexität gemischt mit Finesse ist eins der wichtigen Kennzeichen ihrer Kompositionen. Florentine Mulsant wird sowohl von den Lehrern, die sie ausgebildet haben, als auch von ihren SchülerInnen und den Aufführenden Ihrer Werke auf der ganzen Welt geschätzt. Die Komponistin schafft es, jedem ihrer Werke einen lebhaften Ausdruck zu verleihen, der dennoch sanft und zart wirkt.“ Wie Mulsant in einem Interview im Jahr 2005 verriet, entwickelte sich ihre Leidenschaft für die klassische Musik dank eines glücklichen Zufalls: „Für meine Schwester war ein Klavier gekauft worden, doch als es ankam, war mir sofort klar, dass es für mich bestimmt war. Ich war zehn Jahre alt und von da an war das Klavier mein Begleiter für jeden Moment.“

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Orchestermusik von Komponistinnen: Mehr als 100 Orchesterwerke

Seit Jahrhunderten komponieren Frauen große Werke, doch erscheinen diese nur sehr selten auf den Konzertprogrammen. Das gilt es zu ändern. Ein Schritt dafür sind komplette Aufführungsmaterialien. Davon ist mittlerweile im Furore Verlag breite Vielfalt lieferbar, die überall aufgeführt werden kann: Werke aus Barock und Klassik über die Romantik bis hin zum 20. und 21. Jahrhundert.

Der Furore Verlag präsentiert nun einen neuen Katalog mit mehr als 100 Orchesterwerken von Komponistinnen aus der ganzen Welt.

Lieferbar sind große sinfonische Werke wie die 5. Sinfonie von Emilie Mayer (1812–1883), einer der bemerkenswertesten deutschen Komponistinnen des 19. Jahrhunderts. Des weiteren Kantaten und Messen bspw. die Quarta Messa der Mozart-Zeitgenossin Marianna Martines und Hiob von Fanny Hensel. Darüber hinaus Werke für Streichorchester wie das soeben Latin-Grammy prämierte Luces y Sombras (Licht und Schatten) der argentinischen Komponistin Claudia Montero.
Es gibt eine Vielzahl an Orchesterwerken, deren Entdeckung sich lohnt. Die Musik ist da. Nun ist es an der Zeit, dass sie überall zum Klingen gebracht wird.

Romance à Joséphine: Frauenlieder in der Zeit Maria Szymanowskas

Zum 230. Geburtstag von Maria Szymanowska am 14. Dezember 2019 erscheint eine neue CD mit einer breiten Vielfalt von Liedern der Romantik, eingespielt von der in Paris lebenden Mezzosopranistin Elisabeth Zapolska und dem niederländischen Pianisten Bart van Oort.

Sie enthält Lieder von Maria Szymanowska, die nie zuvor aufgenommen wurden. Des weiteren sind Werke von Fanny Hensel, Annette von Droste-Hülshoff, Louise Reichardt, Kazimiera Wołowska, La Reine Hortense, Sophie Gail, Maria Theresia von Paradis, Hélène de Montgeroult sowie Giovanni Battista Perucchini, Michal Kleofas Oginski und Franz Schubert zu hören.

Renate Matthei ist Preisträgerin der Stiftung "Aufmüpfige Frauen"

Der Verlegerin Renate Matthei wurde der Preis der „Stiftung Aufmüpfige Frauen“ verliehen. Die Stiftung zeichnete Renate Matthei aus, weil sie die tradierte Vorstellung, dass Frauen nicht komponieren können, gründlich vom Tisch gefegt hat.

Renate Matthei, Verlegerin, einzigartige Förderin von Komponistinnen, hatte den Mut, bereits 1986 den Furore Verlag exklusiv für Werke von Komponistinnen zu gründen. Mehr als 2.000 Werke von über 170 musikschaffenden Frauen aus Europa, Amerika, Asien und Australien sind mittlerweile bei Furore verlegt. Sie ist darüber hinaus gesellschafts- und kulturpolitisch für Frauen, insbesondere für Musikerinnen und Künstlerinnen, engagiert.

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