Großartiges Preisträgerinnenkonzert

Die preisgekrönten Werke des Internationalen Wettbewerbs „Emotion“ für Komponistinnen weltweit wurden Ende Mai 2019 im Ständesaal in Kassel in einem großartigen Konzert uraufgeführt. Der Wettbewerb stand unter der Schirmherrschaft der hessischen Justizministerin Eva Kühne-Hörmann. Das Holzbläserquintett des Heeresmusikkorps Kassel unter der Leitung von Mareike Zaretzke interpretierte die Werke eindrucksvoll und souverän und mit einem tollen Klang.
 Ausgezeichnet wurden vier Komponistinnen aus vier Ländern. Den ersten Preis erhielt die Luxemburgerin Valérie Knabe für ihr Werk „Visions nocturnes“, ein reizvolles eingängiges Werk mit rhythmischen Raffinessen. Der zweiten Preis ging an die französische Komponistin Aude Clesse für ihr Werk „Élegie&Humoresque“, ein Werk, das durch den spielerischen Umgang mit Taktwechseln und polyphoner Rhythmik die Aufführenden und Zuhörenden gleichermaßen erfreute. Die tschechische Komponistin Kateřina Piňosová-Růžičková bekam für ihre „Military Postcards“ den 3. Preis – eine gelungene Mischung aus typischen Marschelementen, Elementen der Filmmusik und der neuen Musik. Für anspruchsvollere Ensembles hat die Jury einen Sonderpreis vergeben. Dieser ging an die in Nürnberg lebende britische Komponistin Vivienne Olive. Ihr Werk „Les Oiseaux Fous“ (Verrückte Vögel) überzeugte durch Originalität, Farbenreichtum und Witz.

Susanne Selbert, Landesdirektorin des LWV Hessen begrüßte das Publikum. Der Gastredner des Abends, Prof. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrats, zeigte sich in seiner Rede erfreut über das Engagement des Fördervereins, mit diesem Wettbewerb die Komponistinnen zu fördern und neue Werke von Komponistinnen in das Konzertrepertoire der Musikkorps und darüber hinaus aufzunehmen. Er sagte zu, sich für dieses Ziel einzusetzen und regte an, beim nächsten Mal ein großbesetztes Werk auszuschreiben.

Der Förderverein Archiv Frau und Musik e.V. hatte zusammen mit dem Zentrum Militärmusik der Bundeswehr den Wettbewerb für Holzbläserquintett ausgeschrieben. Die Zielsetzung bestand darin, Werke zu finden, die das Potential haben, ein fester Bestandteil im Repertoire der Holzbläserquintetts zu werden. Der Werkanteil von Komponistinnen ist vor allem in der Bläsermusik noch immer verschwindend gering.

Hier liegen nun vier wunderbare Werke vor, die den Interpretinnen und Interpreten viel Freude beim Spielen bereiten werden. Diese Intention lobte Prof. Krüger ausdrücklich. Besonders würdigte er die Arbeit von Verlegerin Renate Matthei und ihrem Furore Verlag, der den Wettbewerb 2016/17 zusammen mit dem Militärmusikdienst der Bundeswehr erstmals für Blechbläserquintett ausgeschrieben hatte. Im 33er-Jubiläumsjahr unterstützt der Furore Verlag den Wettbewerb weiterhin und verlegt die preisgekrönten Werke.

 


Informationen zu den Preisträgerinnen

1. Preis: Valérie Knabe (*1988 in Luxemburg)
Valérie Knabe begann ihre musikalische Ausbildung (u.a. in den Fächern Klavier, Orgel, Kammermusik, Harmonielehre, Kontrapunkt und Fuge) am Musikkonservatorium ihrer Heimatstadt Esch/Alzette. Ihr Studium an den Königlichen Konservatorien in Brüssel und Lüttich schloss sie mit einem Master in den Fächern Klavier, Klavierbegleitung und klassische Komposition ab. Seit 2014 unterrichtet Valérie Knabe Klavier und Harmonielehre am Musikkonservatorium in Esch/Alzette und widmet sich mit großer Leidenschaft der Klavierbegleitung und der Komposition.

2. Preis: Aude Clesse (*1980 in Frankreich)
Aude Clesse studierte ab ihrem zehnten Lebensjahr Klavier am Conservatoire de Musique d‘Esch-sur-Alzette (Großherzogtum Luxemburg). Im Alter von 24 Jahren begann sie Saxophon zu spielen. Nach mehreren Jahren des Studiums des musikalischen Schreibens, einschließlich Harmonie, Kontrapunkt und Fuge, besuchte sie am Konservatorium in Esch-sur-Alzette Kompositionsunterricht. Sie studierte auch an der Universität Metz (Frankreich) Musikwissenschaft. Seitdem unterrichtet sie Klavier und Musiktheorie an mehreren Musikschulen in Frankreich.
Preise und Auszeichnungen: 3. Preis des internationalen Kompositionswettbewerbs Aufbruch (2017)

3. Preis: Kateřina Piňosová-Růžičková  (*1972 in Tschechien)
Kateřina Piňosová-Růžičková studierte an den Universitäten in Brno Komposition, Musikwissenschaft und Ästhetik. Sie war u. a.  ERASMUS-SOKRATES-Stipendiatin an der Musikhochschule in Karlsruhe (Studium bei Wolfgang Rihm). Seit 2017 ist sie Kompositions- und Klavierlehrerin in Schwetzingen.
Preise und Auszeichnungen u. a.:  2. Preis beim internationalen Komponistenwettbewerb „Artistes en herbe“ in Luxembourg (2015), 1. Preis beim Internationaler Kompositionswettbewerb elektroakustischer Musik Musica nova.
Weitere Information und Werkverzeichnis: http://www.kapralova.org/KATKA.htm

Sonderpreis: Vivienne Olive (1950 in London)
Vivienne Olive studierte Cembalo und Orgel am Trinity College of Music in London und setzte ihre Musikstudien an der Universität York, England fort (B.A.). 1975 promovierte sie im Fach Komposition an der Universität York.  
Von 1979 bis 2018 unterrichtete sie Musiktheorie und Komposition an der Hochschule für Musik Nürnberg (Honorarprofessur). Seit 2014 leitet sie das Brixworth Music Festival in England.
Preise und Auszeichnungen u.a.: 1. Preis GEDOK-Wettbewerb für Komponistinnen (Leni-Neuenschwander-Preis), Stuttgarter Förderpreis, 1. Preis der Stadt Hameln für ein Werk für Jugendorchester.  
Weitere Information und Werkverzeichnis: www.vivienne-olive.de

Weitere Informationen: Förderverein Archiv Frau und Musik Kassel e.V. www.komponistinnen.de

 

 

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