Olga Magidenko

Olga Magidenko

»Musik ist letztlich die wichtigste Sprache!«

Olga Magidenko zum 60. Geburtstag 2014

»Komponieren ist meine Sprache und die ist ohne Grenzen. Das ist nicht mal türkisch, mal russisch, sondern meine universale und ureigene, letztlich meine wichtigste Sprache.«

Olga Magidenko stammt aus einer Musikerfamilie, wurde am 9. Mai 1954 in Moskau geboren, studierte am dortigen Konservatorium Klavier bei Lew Wlasenko und Komposition bei Aram Chatschaturjan.

 

Beides absolvierte sie mit Auszeichnung. Als Pianistin konzertierte sie mit klassischem und zeitgenössischem Repertoire in Russland, Polen, England und den USA. 1991 war sie als Komponistin „Artist in Residence“ der Stetson University Deland, Florida. Im gleichen Jahr kam sie nach Heidelberg, wo sie mit ihren Werken bei dem Internationalen Festival für Neue Musik „Gegenwelten“ zum ersten Mal in der BRD vorgestellt wurde. Seit 1994 lebt die Komponistin in Heidelberg. Im Mai 1994 nahm sie am Internationalen Festival für Neue Musik "Moment opnamen" in Holland teil, wo sie mit Aufführungen in Amsterdam, Utrecht und Arnheim vertreten war. Konzerte mit Auftrags-Werken gab es in Heidelberg, während des Internationalen Festivals für Neue Musik "Gegenwelten": 1995, 1996, 1997, 1998 und 1999. Weitere Aufführungen in Koblenz, Weimar (Cluster neuklang Festival) 1998 und beim Neue-Musik-Festival „Schreiahn Herbst“ im gleichen Jahr. 1999 war sie Stipendiatin der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis.

Das Oeuvre von Olga Magidenko umfasst die verschiedensten Gattungen: Bislang schrieb sie sieben Sinfonien, wovon zwei in Moskau uraufgeführt wurden, eine Kammeroper „Medea“ (2000), eine Kinderoper „Der gestohlene Buchstabe“, solistische und chorische Vokalwerke, Solowerke für Klavier, Orgel, Akkordeon, Streichinstrumente, Harfe, sowie Kammermusik in den verschiedensten Besetzungen, Klaviertrios und Streichquartette. Mit ihrer Examensarbeit, der 1. Sinfonie „Ostinato“, gewann sie 1980 den Kompositionswettbewerb der Sowjetrepubliken. Daneben wurde sie mit dem Heidelberger Komponistinnenpreis ausgezeichnet.

Klangliche Sinnlichkeit und eine tiefe Mystik sind kennzeichnend für ihren Stil, der gefangen nimmt durch sein stark ausgeprägtes psychologisches Feingespür. Zum einen sind es gerade die Konzentration des Materials und die konzisen Formstrukturen, die der Musik jene große Offenheit und Transparenz geben. Zum anderen ist es ein teils spielerischer, teils von emotionaler Tiefe geprägter Umgang mit Anklängen an russische Folklore, der innerhalb eines dramatischen bis hochemotionalen Kontextes ihrer Musik unerhörte Räume öffnet. Daneben ist die Vorliebe für lange Ostinatofelder und repetitive Rhythmen prägend, deren aufgebaute Energie einen Ausbruch geradezu herausfordern.

Sensitives findet sich gleichfalls immer in Magidenkos Musik ein, Naturtonklänge, sich verlierende Echos und Magisches. Großen Klangzauber entwickelt ihre Musik immer wieder durch Flageoletts, Glissandolinien, Arabesken und Tremolos, was dem Elementaren und Naturhaften sehr viel Fantasie und Energie abgewinnt. Gesänge der Einsamkeit stimmt die Komponistin oft in ihren Vokalwerken an. Gesänge, die sich aus tiefer Archaik erheben und daraus ihre starke Expression gewinnen.

Rainer Köhl

 

Werkauswahl

 

Bauernhof op. 88 für Klavier

fue 10069 · ISMN: 979-0-50182-069-6 · 10,00 €

 

Capriccio op. 48

für Klarinette, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagzeug (Timpani, 3 Templeblocks, 3 Bongos, 3 Tom-toms, Gran Cassa, 2 Gongs, Tam-tam) (35’)

fue 3390 · ISMN: 979-0-50012-839-7 · 39,00 €

 

Romantic Trio op. 17

für Klarinette, Viola und Klavier (9,5’)

fue 2030 · ISMN: 979-0-50012-103-9 · 23,50 €

 

Schamanische Musik op. 32 (1991/2008)

Für Orgel und Percussion (Vibraphon, Marimba, Gong und Tamtam) (30‘)

fue 2410 · ISMN: 979-0-50012-141-1 · 32,00 €

 

Wind im Neckartal op. 63 (1999/2008)

für Schlagzeug und Klavier (20’)

fue 10041 · ISMN: 979-0-50182-041-2 · 19,00 €

 

Der gestohlene Buchstabe op. 27 (2007 (95’)

Musiktheater für Kinder

Libretto: Michail Raskatow

Übertragung ins Deutsche: Renata Savor und Rainer Köhl

für Fl, 2 Klar, Sax, Fg, Trpt, Pos, Pk, Schlzg, Vib, Org, E-Git, E-Bass, 2 Vl, Vla, Vc, Kb, Ch; Soli (90‘)

fue 25667 · ISMN: 979-0-50012-381-1 Klavierauszug · 95,00 €

Partitur und Aufführungsmaterial auf Anfrage

Das ABC ist in Bedrängnis geraten. Es nicht mehr in der Lage, seine Leser in fremde Welten zu entführen. Vielmehr muss es vor der Zerstörung durch Krakelschrift und Tin­tenkleckse bewahrt werden. Und ein Buchstabe soll vor feindlichen Übergriffen des Para Graf gerettet werden. Olga Magidenkos Musiktheaterstück für Kinder „Der gestohlene Buchstabe“ vertont das dramatische Geschehen auf eingängige Weise.

 

Symphonie Nr. 5 Wellen (Poseidon) op. 90 (40‘)

für Orchester: 2(Picc).2.2.2.-2.1.1.1., Timp, Perc, E-Piano, Str (40’)

fue 2577   ISMN: 979-0-50012-479-5  

Aufführungsmaterial auf Anfrage

 

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