30 Jahre Furore: 30 Streichquartette

30 Jahre Furore

Projekt: 30 Streichquartette

Das 30-jährige Jubiläum nimmt der Furore Verlag zum Anlass, um unter dem Motto „30 Jahre Furore Verlag – 30 Streichquartette” Werke von Komponistinnen verschiedener Epochen vorzustellen. Die bedeutendste Gattung der Kammermusik, die sich im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts entwickelte, ist bis heute sehr beliebt. Komponistinnen des 18. bis 21. Jahrhunderts haben variantenreiche Werke dieser Gattung in einer großen stilistischen Vielfalt dieser Gattung geschrieben, die der Furore Verlag mit diesem Projekt besonders würdigt und bekannt machen möchte.

 

 

Klassik

Aus dem 18. Jahrhundert wurden sechs Streichquartette von Maddalena Sirmen ausgewählt. Sirmen war vielleicht die erste Frau, deren Musik in mehreren Auflagen erschien und eine internationale Verbreitung fand. Ihre Streichquartette sind für das Podium bürgerlicher Konzertsäle und für den mondänen Salon bestimmt. Maddalena Sirmen schrieb sie in der interessanten Übergangszeit um 1760/70, als der galante Stil des Rokoko gleichwertig neben der Frühklassik existierte. Ihre Rolle als Pionierin der professionellen Instrumentalsolistinnen wurde von der Nachwelt ebenso rasch vergessen wie ihre Kompositionen. Das soll sich nun ändern.

 

Romantik

Aus der Epoche der Romantik ist die Auswahl schon größer: Fanny Hensels Streichquartett Es-Dur aus dem Jahre 1834 gehört zu den Perlen der romantischen Quartettliteratur. Emilie Mayers hochgelobte Streichquartette sind durch Beethovens Tonsprache beeinflusst. „Es ist eine in allen Details geglückte und beglückende Musik“, so die Zeitschrift ensemble. Die britische Komponistin Ethel Mary Smyth studierte am Leipziger Konservatorium Komposition bei Carl Reinecke, als sie ihr Streichquartett c-moll schrieb, das durch das Studium von Beethovens Kammermusik inspiriert ist. Das Quartett der schwedischen Komponistin Elfrida Andrée ist formal dem klassischen viersätzigen Modell verpflichtet, gewinnt aber im Ausdruck romantische Tiefe. Luise Adolpha Le Beau schrieb ihr Quartett op. 34 im Jahr 1885. Das originelle Werk basiert auf einem Märchenstoff, bei dem Flucht, Verfolgung und Rettung den musikalisch-dramatischen Ablauf motivieren. Das spätromantische Streichquartett der venezuelanischen Komponistin Teresa Carreño wurde 1896 im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt.

Zeitgenössische Streichquartette

Die Auswahl von Streichquartetten des 20. und 21. Jahrhunderts ist groß. Für das Jubiläum hat Furore Quartette aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Tonsprachen ausgewählt. Eher traditionell ist das Quartetto d’archi von Matilde Capuis. Es wurde bereits 1962 in Buenos Aires prämiert. Auch Barbara Hellers lebendiges, melodisches und rhythmisch orientiertes Quartett aus dem Jahr 1958 ist nach klassischen Vorbildern (Haydn, Wolf, Bartók) komponiert. Tyan-Sian-Dzz, das Streichquartett von Wen-Hui Tu, wurde 1987 mit dem taiwanesischen Staatspreis für Komposition ausgezeichnet. In dem in traditioneller Schrift notierten Werk verbinden sich chinesische und europäische Klangvorstellungen und Materialien. Das Quartet no. 3 von Ruth Schonthal ist etwas Besonderes: In Memoriam Holocaust lautet der Untertitel. „Schonthals Streichquartett überragt alle anderen an emotionaler Kraft und Komplexität,“ so die Zeitschrift ensemble. Das in den 90er Jahre entstandene String Quartet No. 1 von Janet Beat besteht aus vier Sätzen, von denen der zweite und der vierte Satz Fugen sind. Hope Lees Arrow of being, arrow of becoming, ebenfalls aus den 90ern, beschreibt eine Lebensreise. Camille van Lunen hatte die ungewöhnliche Idee, die einzigartigen Töne und Chöre der burgundischen Geburtshelferkröten als Inspirationsquelle für ihr erstes Streichquartett zu nutzen, über das die Presse urteilt: „Ein dichtes, farbenreiches Klanggefüge“. Die Moskauer Komponistin Olga Magidenko, die in Heidelberg lebt, ist mit zwei Quartetten in der Auswahl vertreten, die den Spielenden Lust machen dürften. In ihrem Einsiedler übernehmen die Streicher auch eine Schlagzeugstimme auf ihrem Instrument. Florentine Mulsants Streichquartette sind Auftragswerke hochgelobter Quartette und gleich das erste gewann die Goldmedaille beim 35. Concours International de Composition de l’Académie de Lutèce. Tatjana Prélevic In hora mortis wurde gar gleich vom Nomos-Quartett 2011 uraufgeführt.

Ausführlichere Informationen über die Komponistinnen und ihre Werke unter: http://furore-verlag.de/furore30/30streichquartette/

Sabine Kemna

Werkauswahl

Maddalena Laura Lombardini Sirmen (1745–1818)

Quartett Nr. 1 Es-Dur (12’17)
(Barbara Gabler/Elke Jöchner)
Andante ma con un poco di moto, Allegretto

fue 4580 · 18.00 Euro (P&St)

Emilie Mayer (1812 –1883)

Streichquartett G-Dur (1855–1858)

fue 10055 · 38.00 Euro

Matilde Capuis (*1913)

Streichquartett cis-Moll 1962 (25')
fue 2830 · 21.00 Euro (P&St)

Camille van Lunen (*1957)

Streichquartett Nr. 1 op. 43 (16`30)
fue 10075 · 29.00 Euro (P&St)

 

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